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Aktive Zentren

17 Kunstprojekte im
Zentrum Pasings

Pasing by

3.—12. Juli 2015

Konzeption

Anlass: Der Münchner Stadtrat hat im Jahr 2010 ein mehrstufiges Kunstkonzept für das Pasinger Zentrum beschlossen, das mit den Kunst am Bau-Mitteln der Nordumgehung Pasing finanziert wird. Im Rahmen des letzten verbleibenden Bausteins sollen nun unter dem Titel „Pasing by“ mehrere Kunstprojekte im Umfeld der Gleichmann- und Bäckerstraße und des neu gestalteten Teilbereiches der Landsberger Straße verwirklicht werden. Das Besondere an diesem Projekt ist die angestrebte Kooperation zwischen Künstlern und Grundstückseigentümern sowie Geschäftstreibenden. Hierdurch sollen auch auf privaten Grundstücken Kunstwerke entwickelt werden, die aus städtischen Mitteln finanziert werden. Nach dem Umbau des Pasinger Zentrums durch die Landeshauptstadt München wird nun auch Privaten angeboten, sich für die weitere Aufwertung zu engagieren. Weitere Projekte hierfür werden zudem im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms Aktive Zentren durchgeführt. Aufgrund dieser Besonderheit, der Kooperation mit Privaten, wurde das Projekt vom Baureferat über das Referat für Stadtplanung und Bauordnung auf die Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung mbH (MGS) übertragen, die im Zuge ihrer Tätigkeit im förmlich festgelegten Sanierungsgebiet „Zentraler Geschäftsbereich Pasing“ ohnehin vor Ort aktiv ist. Eine fachliche Beratung erfolgt durch die städtische Fachstelle für Kunst im öffentlichen Raum QUIVID und deren Kommission.
Projektablauf: Im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens wurden Anfang dieses Jahres von der QUIVID-Kommission und Vertretern des Bezirksausschusses Pasing-Obermenzing 17 Künstlerinnen und Künstler aus 150 Bewerbungen ausgewählt. Diese wurden von der MGS mit der Entwicklung und Realisierung partizipatorischer, temporärer oder objekthafter Kunstwerke beauftragt. Die Entstehung der Kunstwerke erfolgte dabei in enger Abstimmung mit privaten oder kommunalen Grundstückseigentümern oder Geschäftstreibenden.

Festival

Über die Sommermonate hinweg präsentiert Pasing by 17 Projekte von Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit dem Münchner Stadtteil Pasing und seinem neu gestalteten Zentrum auseinandersetzen. Ihre Skulpturen, Installationen und Interventionen verwandeln Plätze und Häuserfassaden, Straßen, Geschäfte, Innenhöfe und Passagen. Ob im Vorübergehen oder aktiv im Rahmen zahlreicher Kunstaktionen: Pasing by lädt dazu ein, den öffentlichen Raum im Dialog mit der Kunst zu erleben. Während des Kunstfestivals vom 3.—12. Juli 2015 finden neben täglichen Performances und Rundgängen zu den Standorten von Pasing by Künstlergespräche, Präsentationen und Workshops in den Räumen des ehemaligen Pelzladens Schweisz am Pasinger Marienplatz statt. Für die Dauer des Festivals eröffnen dort Camatti & Temporäres Klangmuseum die Pelz Bar als zentralen Infopoint mit Gastronomie und allabendlichem DJ-Programm.

 

Rundgänge
3.7.: im Anschluss an die Eröffnungsreden (ca. 18.30 Uhr)
4./5.7 und 11./12.7.: 14 Uhr und 18.15 Uhr
6.—10.7.: 18.15 Uhr
Kostenlos, Dauer: ca. 1 Std.
Buchung im Infopoint oder per E-Mail: kontakt@pasingby.de
Treffpunkt: Infopoint, Bodenseestraße 1 (Pasinger Marienplatz)

 

Kalender (PDF)

Kunstprojekte

 Martin Schmidt

Pasing Innenstadt

Martin Schmidt, Pasing Innenstadt, Schild: Detail (© Künstler/innen)

Für das Straßenschild „Pasing Innenstadt“ wählt Martin Schmidt die Ästhetik touristischer Unterrichtungstafeln, wie sie an deutschen Autobahnen auf Sehenswürdigkeiten und kulturell herausragende Orte hinweisen. Platziert an der neuen Pasinger Umgehungsstraße zwischen Pasing Arcaden und Bahnstrecke, zeigen die beiden Schilder in der gewohnten Grafik und Farbgebung historische neben neu gestalteten Plätzen und Gebäuden der Pasinger Innenstadt: Marienplatz, Bahnhofsplatz und Rathausplatz sind eingerahmt von der katholischen Pfarrkirche Maria Schutz und dem Einkaufszentrum. Der Stolz der ehemals selbstständigen Stadtgemeinde manifestiert sich in der Verbindung von Tradition und Moderne.

http://martinschmidtweb.de

 Christian Engelmann

Go Pasing – Engelmann Exkursionen

Christian Engelmann, Go Pasing – Engelmann Exkursionen, Logo (© Künstler/innen)

Let’s go Pasing: Kunstsinnig und kenntnisreich, verblüffend und verrucht entführt Christian Engelmann mit seinen Exkursionen in die bewegte Geschichte Pasings, entdeckt versteckte Winkel und skurrile Seiten des Viertels – inklusive Ortsbegehung der kürzlich in Pasing stattgefundenen Marienerscheinung. Themenabhängig werden die Touren von dem Kabarettisten und Pasinger Urgestein Moses Wolff bzw. Christian Engelmann persönlich begleitet. Informationen und Vorverkauf bei Hauser Exkursionen.

http://engelmann-kunst.de

 Mathis Nitschke/Thomas Jonigk

Viola

Mathis Nitschke/Thomas Jonigk, VIOLA, Martina Koppelstetter (Foto: Conny Mirbach)

Die Kurzoper von Komponist Mathis Nitschke und Autor Thomas Jonigk wirft die Frage auf, wie Krankheit in unserer Gesellschaft verhandelt und behandelt wird: Warum reagieren wir auf Dysfunktionalität und emotionale Ausnahmezustände oft so unsicher? Wer hat das Recht, über die adäquate Therapie zu entscheiden? Und was ist vom Lob der Kreativität als allseits beschworene Erfolgsbedingung zu halten, wenn Andersartigkeit zugleich als bedrohlich gilt? Aufführungsort für den Opernmonolog der Viola (Martina Koppelstetter) ist der Pasinger Bahnhofsplatz. Viola scheint unter Schock zu stehen, den Bezug zu Zeit und Raum verloren zu haben. Das Publikum sitzt in der Bahnhof Apotheke und blickt durch die Schaufenster nach draußen. Um Viola tatsächlich wahrzunehmen, muss das Publikum den Blick scharfstellen auf diesen einsamen und befremdlichen Menschen inmitten des geschäftigen Treibens auf dem Platz.

http://mathis-nitschke.com

 Albert Weis

taped (silver) I-III

Albert Weis, taped (silver), 2014, IMMA Irish Museum of Modern Art, Dublin (Foto: Albert Weis, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015)

Ausgehend von seinem Interesse an urbanen Räumen und der sie bestimmenden Architektur hinterfragt Albert Weis mit „taped (silver) I–III“ Gestaltungsprinzipien, die unsere alltägliche Wahrnehmung prägen, meist aber kaum registriert werden. Für die Interventionen wird die Fläche eines Wohnraums auf einen Papierbogen übertragen, der anschließend gefaltet und mit Aluminiumklebeband auf die davor liegende Außenwand des Hauses angebracht wird. Durch die mehrfache Faltung entsteht eine Reliefstruktur, die sich entlang der Kanten als Lichtbrechung abzeichnet. Auf der Aluminiumoberfläche wird die Struktur der Wand extrem sichtbar, während in den Bereichen, die den gefalteten Papierbogen bedecken, eine glatte Fläche entsteht. Je nach Position des Betrachters lassen sich versteckte Strukturen erahnen, sodass sich Innen- und Außenraum auf vielschichtige Weise miteinander in Beziehung setzen. Die Wandflächen verwandeln sich in Illusionsräume und hinterfragen alltägliche Sehgewohnheiten.

http://albertweis.com

 Stephanie Senge/Maike Gräf

Schöpferstelle

Stephanie Senge/Maike Gräf, Schöpferstelle, Geschenkpapier (© Künstler/innen)

Auf der Freifläche vor dem öffentlichen, temporären Atelier an der Gleichmannstraße 5b schöpfen & schenken Maike Gräf und Stephanie Senge: Eingeladen sind alle Pasinger, einen persönlichen Gegenstand ihrer Wahl mitzubringen, der seinen passenden Ort noch sucht oder eine andere Präsentation verdient. Gemeinsam mit den Bildhauerinnen gilt es, aus ihrem Materialfundus zu schöpfen, aus dem sie dann in Verbindung mit den mitgebrachten Gegenständen neue Objekte und Skulpturen erschaffen. Im Rahmen einer Schenk-Aktion werden die Kunstwerke am letzten Aktionstag an ihre Eigentümer zurückgeschenkt.

http://stephaniesenge.de http://maikegraef.de

 Silvia Wienefoet

Der Stoff aus dem die Träume sind

Silvia Wienefoet, Der Stoff aus dem die Träume sind, Detail T-Shirt-Motiv (© Künstler/innen)

Welche Gefühle bewegen uns, wenn wir den privaten Raum verlassen und Teil des oftmals unkalkulierbaren Geschehens im öffentlichen Raum werden? Im Vorfeld ihres Projekts bat Silvia Wienefoet Menschen mit und ohne Behinderung, zu dieser Frage Tagebuch zu führen. Ausschnitte dieser Notizen wurden auf T-Shirts gedruckt. Lediglich Vorname und Alter geben Hinweise auf Generation und Geschlecht des Autors/der Autorin. „Der Stoff aus dem die Träume sind“ kann während der Festivalzeit kostenlos übernommen werden. Einzige Auflage: Die T-Shirts müssen vor Ort im Projektraum angezogen werden. „Der Stoff aus dem die Träume sind“ erobert so den öffentlichen Raum und macht die Gefühle von Menschen mit und ohne Behinderung für jedermann sichtbar.

http://wienefoet.de

 Department für öffentliche Erscheinungen

We love to love Pasing

Department für öffentliche Erscheinungen, We love to love Pasing, München 2015, Komponist: Stefan Schramm, Gesang: Freda Goodlett (© Künstler/innen)

Einem Gerücht zufolge soll der Donna Summer Hit „Love to Love You Baby“ in Pasing produziert worden sein. Fest steht, dass hier in den 1970er und 80er Jahren Musikgeschichte geschrieben wurde und internationale Stars wie Mick Jagger oder Freddy Mercury in den Pasinger Tonstudios ein- und ausgingen. Zu den einschlägigen Adressen gehörte auch die Gleichmannstraße 10: Dort befand sich das Geschäft Elektro Egger, dessen Inhaber Karl Egger, Initiator und Mitbegründer von ECM Records, dem Plattenlabel die Geschäftsräume zur Verfügung stellte. Hier nun plant Department für öffentliche Erscheinungen (Peter Boerboom, Gabriele Obermaier, Carola Vogt, Silke Witzsch) die dreitägige Installation und Aktion „We love to love Pasing“: Den gleichnamigen, eigens komponierten und produzierten Jingle können PassantInnen als CD mit nach Hause nehmen – im Tausch gegen eine leere, außen mit ihren persönlichen Erinnerungen an das Pasing der 1970er und 80er Jahre beschrifteten CD, die als Teil der kollektiven Erinnerungsinstallation im Straßenraum zurückbleibt.

http://department-online.de

 Ingo Vetter

Organe

Ingo Vetter, Organe, Technische Zeichnung (© Künstler/innen)

Pasings hohe Dichte an medizinischen Angeboten ist bekannt. Dieser Präsenz von Arztpraxen, Ärztehäusern, Tageskliniken, Apotheken und Sanitätsgeschäften im öffentlichen Raum steht das Verdrängen von Krankheit in die private Lebenswelt der Betroffenen gegenüber. Der Bildhauer und Konzeptkünstler Ingo Vetter setzt bei diesem Widerspruch an, indem er Steinskulpturen von Herz und Leber in den städtischen Organismus und das öffentliche Bewusstsein „implantiert“. In Form und Materialität muten die Skulpturen wie übergroße Kieselsteine an. Die naturgegebene Form dieser Findlinge wurde jedoch durch bildhauerische Eingriffe verändert: Betonelemente oder polierte Schnitte erinnern an das Einsetzen eines Herz-Defibrillators bzw. eine chirurgische Leberresektion. Was sonst hinter den Kulissen von Häusern und Körpern verborgen ist, findet so Platz in der Öffentlichkeit.

http://ingovetter.com

 Motoko Dobashi

gefaltet

Motoko Dobashi, gefaltet, Origami (© Künstler/innen)

Die Rückfassade des Kopfmillerhauses bietet Vorbeigehenden einen ungewohnten Anblick: Eine großflächige Struktur aus hellen und dunklen Mustern in dreidimensionaler Anmutung vermittelt das Gefühl, als wäre die Fassade abgetragen worden. Die üblicherweise verborgenen Baustrukturen scheinen freizuliegen. Gleich einem Röntgenbild verweist die Wandarbeit von Motoko Dobashi auf eine subtile Fragilität von gebauter Stadt und menschlicher Konstruktion. Der Eindruck von Zerbrechlichkeit wird durch die Ästhetik der Faltung und eine papierähnliche Materialität nach dem Vorbild der japanischen Papierfaltkunst Origami erzeugt. In dieser traditionellen Kunstform verbinden sich Kreativität und mathematische Präzision, die auch die zeitgenössische Architektur für sich beansprucht.

http://motokodobashi.com

 Anita Edenhofer

Las Vegas Revisited

Anita Edenhofer, Las Vegas Revisited, Las Vegas (Foto: Anita Edenhofer/Thomas Splett)

Was machen städtebauliche Sanierungen mit unserer Sicht auf bekannte Orte, wenn sich dort fast alles ändert? Am neu gestalteten Pasinger Marienplatz liegt wie eh und je das Casino. Anita Edenhofer ersetzt die bisherige Folienbeklebung auf den vier Glasfronten durch eine überblendete, changierende Ansicht des Platzes: Zum einen ist das Spiegelbild des Pasinger Marienplatzes auf der neuen Folie fixiert, das bislang auf der matten, gelben Folie nicht sichtbar war. Überlagert wird dieses Motiv von der nächtlichen Kulisse von Las Vegas. Die pulsierende, glücksverheißende Stadt im Süden Nevadas gilt als Spielparadies und Sehnsuchtsort. Eine dritte Bildebene entsteht durch die Reflexion des realen Geschehens auf dem Marienplatz. Sein und Schein sind eins an diesem verheißungsvollen Ort.

http://anita-edenhofer.de

 Empfangshalle

Goldrausch

Empfangshalle, Goldrausch, Gewichtsangabe Objekte (© Künstler/innen)

Zwölf große Sandmuscheln umgeben die Mariensäule auf dem Pasinger Marienplatz und bilden durch ihre goldene Farbe und kreisförmige Anordnung eine Einheit. Gefüllt sind die übergroßen Muschelbecken mit einem Spezialsand, wie ihn Metallgießereien für Sandgussverfahren einsetzen. Im Rahmen einer mehrtägigen Kunstaktion sind alle Pasinger eingeladen, gemeinsam mit dem Künstlerduo Empfangshalle (Corbinian Böhm und Michael Gruber) Ideen für Abgüsse zu entwickeln. Ebenso können eigene kleine Objekte mitgebracht werden, um diese in Zinn zu gießen oder frei in den Sand zu modellieren. Die Figuren werden anschließend vergoldet. Zinn und Gold können vor Ort erworben werden. Die so entstandenen Skulpturen sollen den goldenen Mittelpunkt von Pasing in Geschäfte oder Wohnungen hinein erweitern, sodass sich der öffentliche mit dem halböffentlichen und privaten Raum verbindet.

http://empfangshalle.de

 Gabi Blum

Ein Motel für Pasing

Gabi Blum, Ein Motel für Pasing (Foto: Gabi Blum)

Was passiert, wenn ein Ort umgebaut wird und damit seinen Charakter verändert, lässt sich am Beispiel der Route 66 beobachten. Die legendäre „Mutter aller Straßen“ in den USA führt heute vorbei an menschenleeren Motels und Tankstellen und erinnert an vergangene Zeiten. Auch der Pasinger Marienplatz, einst wichtiger Verkehrsknotenpunkt, wurde seiner Funktion beraubt und muss sich neu finden. Im Hinterland zwischen „Pappschachtel“ und Confetti-Haus verweist Gabi Blum mit der kulissenartigen Fassade eines Motels auf diesen Umbruch. Die für die Montage verwendete Form einer Bautafel persifliert die fragwürdige Planungswut in unseren Metropolen mit all ihren Renommierprojekten, die auf solchen Tafeln ankündigt werden. Eine nostalgische Aura umgibt das Motel – errichtet inmitten eines Ensembles, das als solches nicht fortbestehen wird – und lädt dazu ein, zurück und in die Zukunft zu blicken.

http://gabiblum.de

 Hermann Hiller

Pasinger Knoten

Hermann Hiller, Pasinger Knoten, Detail (Foto: Hermann Hiller)

Ziel der Nordumgehung Pasing ist es, die bisherigen Verkehrsknoten an der Achse Bodensee-/Landsberger Straße durch ein verbessertes Hauptstraßennetz zu entlasten. Dem alten Pasing wird ein neues Kleid verpasst, Knoten im Fadenlauf werden aufgelöst. Hermann Hiller greift die Veränderungen des Münchner Westens sinnbildlich auf. Bühne der Live-Performance „VERKnoten“ ist die „Pappschachtel“ am Pasinger Marienplatz. Die Schere ersetzt den Meißel, schneidert und zerschneidet weiße Stoffhüllen, die direkt auf die Körper der DarstellerInnen modelliert und geknotet werden. Im Rahmen der Performance formt und formuliert sich der Pasinger Knoten neu. Gefertigt in den Meisterwerkstätten der Porzellan Manufaktur Nymphenburg, kann das goldene Porzellanobjekt erworben werden, um an und in möglichst vielen Pasinger Häusern als Zeichen des Glaubens an die Kunst angebracht zu werden. Der Pasinger Knoten sowie das Video der Performance werden in der Bodenseestraße 1 präsentiert.
Live-Knoten am Pasinger Marienplatz: Konzept: Hermann Hiller, Produktion: Mark Luther, Klang: Nabil Henid, VerknoterInnen: Silvija Cirica / Franziska Gast / Dominique Georgi / Natalia Jobe, DarstellerInnen: Pascale Becker / Sofia Hiller Alegre / Nina Huber, Technik / Licht: Peer Quednau, Film / Foto: Edward Beierle

http://hermann-hiller.de

 Katharina Weishäupl

up above and down below

Katharina Weishäupl, up above and down below, Modell (© Künstler/innen)

Was für die Aura eines Menschen gilt, die von persönlich Erlebtem geprägt ist, trifft auch auf Orte zu. Seit der Antike spricht man vom „Genius Loci“ eines Platzes, Gebäudes oder Viertels und bezeichnet damit neben messbaren Faktoren wie bauliche Beschaffenheit oder Größe auch die Atmosphäre eines Ortes, in dem Wissen, Erinnerung, Wahrnehmung und Deutung als interpretative Leistung des menschlichen Geistes verschmelzen. Die Installation von Katharina Weishäupl besteht aus einer poetischen Geste, die nahezu unmerklich in das Erscheinungsbild des Pasinger Marienplatzes und der Planegger Straße eingreift, um den Genius Loci in Erinnerung zu rufen: Über vorhandene Abspannmasten wird der „Geist von Pasing“ aus dem Untergrund nach oben geleitet, um als wolkenartiges Gebilde je nach Lichtstimmung und Perspektive sichtbar zu werden.

 beierlegoerlich

Die Insel am silbernen Fluss

beierlegoerlich, Die Insel am silbernen Fluss, Vorstand Pasinger Jugendblaskapelle e.V. (Foto: beierlegoerlich)

Titelgebend für das Projekt von Edward Beierle und Jutta Görlich ist das alte Stadtwappen Pasings, das den heutigen Münchner Bezirk als von einem silbernen Fluss umgebene Insel darstellt. Was ist aus dieser Insel nach Abschluss der jüngsten städtebaulichen Maßnahmen geworden? Mit der Kamera untersuchen beierlegoerlich den veränderten Pasinger Stadtraum und legen den Fokus auf sein neues Zentrum, die Pasing Arcaden. Die sterile, globalisierte Architektur der Einkaufspassage bildet den Hintergrund für die Fotoserie, zu der stellvertretend für die gesamte Pasinger Bürgerschaft VertreterInnen lokaler Vereine zum Fototermin eingeladen wurden. Die wertfreien, ruhigen Fotografien zeigen sie als Menschen, die für etwas einstehen, nicht als Konsumenten. In der Pelz Bar sowie an ausgewählten Terminen auf der Würminsel liegt die Fotoserie in Buchform aus und kann gegen eine Schutzgebühr erworben werden.

http://beierlegoerlich.com

 Stefano Giuriati

Fregio

Stefano Giuriati, Fregio, Technische Zeichnung (© Künstler/innen)

Der Fries (ital. fregio) als architektonisches Stilelement ist aus dem Erscheinungsbild unserer Zeit ebenso verschwunden, wie auch der Einfluss des Lateinischen auf die sprachliche und kulturelle Entwicklung Europas nur noch wenigen bekannt ist. Mit einer temporären Installation an der Westfassade des Pasinger Rathauses verweist Stefano Giuriati an einem öffentlichen Gebäude auf diese prägenden Elemente unserer Bau- und Sprachkultur. Das Bürgerzentrum steht wie die benachbarte Stadtbibliothek im Dienst der Allgemeinheit. „Oportet ut scandala eveniant“, zitiert der Fries einen Auszug aus dem Matthäusevangelium. Auf den ersten Blick erinnert die Ästhetik matt polierter Stahl-Lettern an einen gewerblichen Schriftzug. Beworben wird jedoch ein Nachdenken darüber, ob die Botschaft „Es ist nötig, dass Skandale stattfinden“ für alle Zeiten in Stein gemeißelt ist. Welche gesellschaftliche Bedeutung haben Skandale? Eine erste „skandalöse“ Provokation mit den Mitteln der Kunst mag vielleicht schon sein, dass der lateinische Satz für manch einen rätselhaft bleibt.

 Vincent Mitzev

Lebendige Skulpturen

Vincent Mitzev, Lebendige Skulpturen (© Künstler/innen)

An verschiedenen Orten in Pasing trifft man auf ganz normale Leute, unterschiedlich in Aussehen, Alter und Geschlecht. Tatsächlich wurden sie von Vincent Mitzev engagiert, um sich im Rahmen seiner Performance selbst zu spielen und dafür ihr Selbstbild in ein Standbild zu übertragen. Ob selbstbewusster Bodybuilder, biedere Hausfrau, gestylter Twen oder grauer Büromanager: Als lebendige Skulpturen im öffentlichen Raum positioniert, wird dieser zur Bühne, verwandelt sich jeder Akteur zu einem Kunstwerk und für die Dauer seines Auftritts in einen Star. Über Sein und Schein zu entscheiden, liegt nicht nur im Auge des Betrachters – die Frage, wer man ist bzw. zu sein vorgibt, richtet sich auch an die Selbstdarsteller.

http://vincent-mitzev.de

Lageplan

Kontakt

Allgemeine Anfragen: kontakt@pasingby.de
Presseanfragen: presse@pasingby.de
Presseinformationen (PDF)

 

Infopoint & Pelz Bar
Bodenseestraße 1, 81241 München
(ehem. Pelzladen Schweisz)
3.—5. Juli: 11–23 Uhr
6.—12. Juli: 13–23 Uhr
Gastronomie & DJs by Camatti & Temporäres Klangmuseum
http://camattibar.de

Impressum

Herausgeber:
Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung mbH (MGS)
Haager Straße 5, 81671 München
Projektkoordination: Jörg Kochmann, MGS
Textredaktion/Presse: Nan Mellinger
Kunstvermittlung: Karen Klauke
Gestaltung: Studio Johannes Bissinger
(Johannes Bissinger, Jonas Hirschmann, Maximilian Schachtner)
Programmierung: Philipp Polder

 

Den zahlreichen Kooperationspartnern von Pasing by sei herzlich für ihre Unterstützung gedankt!

Martin Schmidt
Christian Engelmann
Mathis Nitschke/Thomas Jonigk
Albert Weis
Stephanie Senge/Maike Gräf
Silvia Wienefoet
Department für öffentliche Erscheinungen
Ingo Vetter
Motoko Dobashi
Anita Edenhofer
Empfangshalle
Gabi Blum
Hermann Hiller
Katharina Weishäupl
beierlegoerlich
Stefano Giuriati
Vincent Mitzev